GNTM-Folge 4: Heidi Klum sammelt Wackelkandidatinnen

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Gleich 6 Models müssen erneut vor die Jury treten, denn sie sind die Wackelkandidatinnen. Bild: Glomex/Pro7

Umstyling!!! Heidis liebste Folge der gesamten Staffel stand in der vierten Folge GNTM 2017 auf dem Folterprogramm – und sorgte natürlich wieder für weinende Augen, enttäuschte Gesichter, sinnfreie Diskussionen und einen emotionslosen Abschied. Wie immer wurden die Models komplett entmündigt und durften nicht einmal im entferntesten wissen, was ihnen in den kommenden Stunden bevorsteht. Und auch wenn ich ein großer Verfechter der Aussage “Die sollen sich mal nicht so haben” bin, kann ich doch nachvollziehen, warum man sich über einen radikalen Schnitt aufregt und die Prozedur nicht über sich ergehen lassen möchte. Es wäre so einfach zu sagen: “Bei dir würden wir gern einen Kurzhaarschnitt probieren”. Damit würde jedes Model wissen, woran es ist und müsste nicht ins Blaue hinein raten, ob es nun den Heimweg antritt oder nicht.

Karriere oder Charakter? Keins von beiden!

Für Helena war die Trennung von der eigenen Frisur ein Schritt zu viel. Mit der wahrlich unspektakulären Aussage “Dieses Mädchen ist zu selbstbestimmt” verabschiedete sie sich aus der Modelriege. Heidi kündigte an, Helenas Haare zu kürzen – und vergraulte damit die Kandidatin. Helenas Gedankengang scheint dabei recht klar zu sein: Die Chance am Ende als Gewinnerin aus dem Wettbewerb zu gehen, war bei der Konkurrenz verschwindend gering. Selbst wenn sie noch zwei Wochen im Modelloft überstanden hätte, wäre ihr normaler Look dennoch nicht wiedergekehrt. Helena entschied sich für ihr normales Leben und nicht für die kleine Chance, eventuell Kapital aus dem Umstyling und der Teilnahme an GNTM zu ziehen. Und auch die Jury intervenierte nicht sonderlich effektiv. Mehr als ein paar Standardsprüche, um die Kandidatin zu überzeugen, blieben nicht.

Die schüchterne Julia im Interview bei GNTM-Blog. Bild Glomex/Pro7

Die schüchterne Julia im Interview bei GNTM-Blog. Bild Glomex/Pro7

Anders sieht die Geschichte bei Kandidatin Julia aus, die schüchtern ihren Weg abseits des Mainstreams nimmt. Während sich andere Models vor die Kamera pressen wie eine übergewichtige Frau in eine Karottenhose, sitzt Julia lieber auf der Couch und hört Musik. Ganz zum Unmut ihrer Teamkolleginnen, die ihr mangelndes Teamgefühl und Ausgrenzung vorwerfen. Dass aber einfach eine Kandidatin etwas länger braucht, um inmitten der Alpha-Mädchen-Herde warm zu werden, kommt anscheinend niemanden in den Sinn. Dafür kümmert sich Teamchef Thomas Hayo umso mehr und versorgte Julia mit einer Lederjacke, die vermutlich aus dem Hayo’schen Kleiderfundus stammt. Julia freute sich zwar über die Jacke, hüpfte jedoch nicht wie ein Gummiball umher. Erneut ganz zum Unmut von Greta, die ihr nicht nur mangelndes Modeverständnis vorwarf (“Weißt du eigentlich, wie viel die Jacke kostet? Mehrere tausend!”), sondern auch die fehlende Emotion vermisste. Gleichzeitig erfuhr der Zuschauer, dass Greta, um so eine Jacke zu bekommen, extra ihre Eltern hat fragen müssen. So weit musste es schon kommen, das arme Mädchen.

Videointerview mit Julia - Some facts about Julia: „Im Reden bin ich schlecht

Julia vor Gericht: Warum willst du mir nicht von deiner Oma erzählen?

Und natürlich kam es am Abend im Modelloft zur großen Aussprache, bei der erneut Greta den Moderationspart einnahm. Julia musste sich vor das neunköpfige Tribunal der Schönheit setzen und sich gefälligst rechtfertigen, warum sie häufig so ruhig ist – das Miststück. Am Ende hatten sich doch alle wieder lieb. Greta bekam ihre Genugtuung, dass sie das letzte Wort hatte, Julia gelobte Besserung und meldete sich ordnungsgemäß zum Schlafen ab und die restlichen Girls erfreuten sich am neuen Teamgefühl. Apropos Teamgefühl: Das wollte auch Team Michael ausstrahlen, in dem vor dem Umstyling gemeinsame T-Shirts angefertigt und angezogen wurden. Nun aber meine Frage: Wann hatten die Models in den wenigen Stunden nach der Ankunft Zeit, ein Geschäft zu finden, Shirts zu kaufen und diese bedrucken zu lassen? Die ganze Aktion wirkte arg konstruiert und vom Produktionsteam forciert.

Natürlich spornte Michalsky diese Aktion dazu an, noch mehr gegen Team Hayo zu sticheln. Süffisant bemerkte er, dass bei Team Michael kein Drama beim Umstyling zu sehen ist, während Hayo von einem Model zum nächsten sprintete, um die dramatischen Brände zu löschen. Die ganze Konkurrenz-Situation nutzt sich bereits nach vier Folgen ab. Michalsky wirkt in jeder Aktion wie der Ex-Freund, der unbedingt seine neue Liebe vorzeigen muss, um sein Glück auszudrücken. “Schau mal, mir geht es gut. Schau mal, wie toll alles ist.” Dabei vergisst Michalsky (wie bereits im Rückblick auf Folge 3 angedeutet), dass er in erster Linie als Juror angestellt ist und den restlichen Models ein Mentor sein soll. Da wirkt Thomas’ unaufgeregte Art fast schon erfrischend.

Weitere Auffälligkeiten des Umstylings:

  • Heidi Klum ging mit Leticia Perücken shoppen. Dabei bekam das Kurzhaar-Model so viele Varianten geschenkt, dass es ihr eigentlich unmöglich sein sollte, jemals die richtige Wahl zu treffen.
  • Carina definiert Drama neu: Nachdem bereits zuvor mehrere Models mit dem Umstyling haderten, sah sich Carina angespornt, noch einen drauf zu setzen. Mit überzeugter Art und gleichzeitig nassen Augen versuchte sie, den Kurzhaarschnitt abzuwenden. Musste sie aber gar nicht: Am Ende wurden gerade einmal drei Zentimeter weggeschnitten.
  • Giulianas Füße riechen unangenehm: Giuliana hätte vermutlich am liebsten verschwiegen, dass ihre Füße trotz der Geschlechtsumwandlung noch den unteren Extremitäten eines Profifußballers entsprechen. Gelbe Zehennägel und ein anscheinend prominenter Geruch veranlassten Heidi dazu, sogar ein Übergeben anzudeuten. Von beiden Seiten nicht sehr lady-like.

Aissatou gegen Brenda

Beim Sedcard-Shooting kam es zum Shootout der Woche: Aissatou gegen Brenda. Obwohl beide schwach waren, überzeugte Brenda mehr und durfte in der Casting-Show bleiben. Für Aissatou ist bereits nach vier Wochen Schluss. Das Sedcard-Shooting zeigte aber auch, wie viel Erfahrung die Juroren bei der Auswahl der Models zeigten. Nie im Leben hätte ich zu Beginn der Staffel auch nur einen Euro auf die stille Julia gewettet. Beim Shooting bewies sie mir jedoch, dass stille Wasser schön sind. Mit einer unglaublich souveränen Leistung poste sie für ihre Sedcard und war definitiv eine der stärksten Kandidatinnen. Allerdings nur beim Shooting. Beim finalen Catwalk stakste sie wie ein Storch durch den Salat – ganz im Gegensatz zu Carina, die ihre Selbstüberzeugung spazieren trug wie ein LKW-Fahrer den dicken Bauch.

Super Carina, super Rekorde und gar nicht mal so super Deborah

Carina legte laut eigener Aussage den besten Walk hin, hatte das coolste Outfit, hatte riesigen Spaß und natürlich kam sie souverän weiter. Ihre Selbstüberzeugung ist mittlerweile das dominierende Thema unter den Models. Der Neid scheint die anderen Kandidatinnen aufzufressen. Jedes Lob, das Carina erhält, nährt den Hass von Brenda, Leticia & Co. Natürlich stellt sich die Produktionsfirma extrem geschickt an. Jede Aussage von Carina wird sofort an die anderen Kandidatinnen getragen, die doch bitte ihre Meinung dazu abgeben sollen. Das wird in spätestens zwei Wochen zur großen Explosion führen – aber das kann den Produzenten ja nur recht sein. Als außenstehender Zuschauer kann man Carina ob ihres Charakters zwar verteufeln; ihre Leistung wird dadurch jedoch nicht geschmälert. Carina wird souverän unter die Top 10 laufen und bis dahin noch einige provokante Aussagen herbeiführen.

Gleich 6 Models müssen erneut vor die Jury treten, denn sie sind die Wackelkandidatinnen. Bild: Glomex/Pro7

Gleich 6 Models müssen erneut vor die Jury treten, denn sie sind die Wackelkandidatinnen. Bild: Glomex/Pro7

Heidi Klum schaffte es zum Abschluss der vierten Folge, einen neuen Rekord aufzustellen: Ganze sechs Models mussten als Wackelkandidatinnen noch einmal vor die Jury. Die Modelmama begründete den Schritt damit, dass noch nie so viele Models so schlecht gelaufen seien. Das ist natürlich Unfug. Schaut man sich die Leistungen der ersten Staffel GNTM an, kann man sich das Lachen nicht verkneifen – heute sind die Anwärterinnen wesentlich professioneller. Am Ende traf es Deborah, die als dritte Kandidatin des Tages den Heimweg antrat. So schade es für den Lockenkopf ist, so uninteressant ist es doch für den Zuschauer. Deborah war nie eine Anwärterin auf den Titel, obwohl sie bei unserem Herzchenvoting lange auf Platz 2 oder 3 lag und auch im Interview mit uns hatte sie genügend Selbstvertrauen für eine die weiterkommen hätte können. So bleibt nach der vierten Folge GNTM 2017 ein neuer Rekord, drei entfernte Models und mit Greta und Carina zwei Brandherde. Es wird interessant.

Der komplette Wackelwalk im Video, inkl. Entscheidung der Jury

Vanessa & Lovelyn: GNTM-Kandidatinnen sind sich zu ähnlich!


1 Comments
  • zaft

    Antworten

    Schade, dass nur noch so wenig kommentiert wird!
    Das Umstyling war jetzt nicht grade spektakulär. Der Zuschauer hätte gern mehr fallende Haare und krasse Farbveränderungen gesehen. Für die Kandidatinnen zum Glück ist das nicht eingetreten.

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