Wie GNTM seine Teilnehmerinnen auf die Model-Welt vorbereitet

Anfang 2006 lief die erste Staffel von „Germany’s Next Topmodel“, 2019 geht die Casting-Show bereits in ihre 14. Runde. Dementsprechend haben Heidi Klum und ihre wechselnden Kollegen aus der Jury schon 13 junge Damen als Siegerinnen in die Modelwelt entlassen. Die macht es ihnen aber alles andere als leicht, weshalb Klum und Co. die Teilnehmerinnen der Sendung bestmöglich auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten.

Die Schattenseiten des Model-Daseins

Die Modewelt ist von außen betrachtet sehr glamourös. Die Models tragen wunderschöne Kleider und werden auf dem Laufsteg gefeiert. Sie zieren Magazin-Cover in aller Welt, besuchen exklusive Partys und sind mit berühmten Persönlichkeiten befreundet. Was man als Zuschauer von GNTM schon ahnen kann: Ganz so glänzend, wie man es sich vorstellt, ist das Leben als Model jedoch nicht. Vor allem als aufstrebendes Model ist man ständig von einem Casting zum anderen unterwegs und muss die potentiellen Auftraggeber binnen weniger Minuten von sich überzeugen. Sehr frühes Aufstehen gehört ebenso zu den Anforderungen wie gutes Aussehen trotz Schlafmangels. Dazu kommen die Vorgaben bezüglich Ernährung und Fitness, an die sich ein Model halten muss. Und wenn es mal zu einer Durststrecke kommt und man länger nicht für Modenschauen oder Fotoshootings gebucht wird, kann das Geld auch mal knapp werden. All das zerrt an den Nerven und bringt die jungen Damen an ihre Grenzen. So manche flüchtet sich dann in die Welt des Alkohols und der Drogen – und setzt damit ihre Gesundheit aufs Spiel.

Was GNTM für seine Teilnehmerinnen macht

Die Macher von „Germany’s Next Topmodel“ sind sich der Schattenseiten des Model-Business durchaus bewusst und versuchen daher, die Teilnehmerinnen so gut wie möglich auf die Anforderungen vorzubereiten. Dieser Prozess beginnt bereits bei der Vorauswahl. Nur die Mädchen, die wirklich eine aussichtsreiche Karriere als Model starten können, werden für die Endrunde ausgewählt. Heidi Klum kann auf eine jahrelange Karriere als Model zurückblicken und weiß daher, welche Looks Casting-Direktoren und Designer bevorzugen. Zudem holt sich Klum regelmäßig Experten in die Jury, darunter etwa Modedesigner wie Michael Michalsky und Wolfgang Joop. Sie wissen, dass ein Model, das erfolgreich werden will, nicht nur ein unverwechselbar schönes Gesicht und die perfekten Körpermaße braucht, sondern auch Persönlichkeit. Außerdem muss es wandelbar sein, um nicht bei jedem Shooting den gleichen Look zu präsentieren.

Diese Wandelbarkeit wird in den Endrunden von GNTM genauestens unter die Lupe genommen. Die Models müssen Aufgaben erfüllen und dafür in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Es werden auch Castings veranstaltet, die ebenfalls der Vorbereitung der Nachwuchs-Models dienen. Dabei sollen sie lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Zudem werden sie geschult, stets pünktlich und motiviert zu sein und in wenigen Augenblicken zu überzeugen. Ein besonders harter Test für das Selbstbewusstsein der angehenden Models ist das obligatorische Umstyling. Dabei wird der Typ jeder Teilnehmerin verändert, zuweilen fallen sogar lange Haare der Schere zum Opfer. Auch wenn dabei Tränen fließen: Dieser radikale Schritt ist notwendig. Schließlich kann es auch auf ein professionelles Model zukommen, dass es sich von seiner Langhaarfrisur trennen muss, wenn es ein lukrativer Auftrag nötig macht. Der Siegerin einer Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ geben die Macher sofort nach dem Ende der Sendung Starthilfe. So erhält sie einen Model-Vertrag und ein hohes Preisgeld, zudem erscheint sie meist auf der Titelseite eines Magazins. Das erhöht ihre Bekanntheit und macht die Branche auf sie aufmerksam. Die Fotos, die von ihr während der Show gemacht wurden, kann sie gleich ihrer Sedcard hinzufügen, die sie bei Castings vorzeigen muss. Dadurch hat sie große Vorteile gegenüber anderen Models, die auf konventionellen Wegen entdeckt werden und viel Geld für professionelle Fotoaufnahmen zahlen müssen.

Erfolgreiche GNTM-ModelsTrotz der großen Menge an jungen Damen, die in den vergangenen Jahren an „Germany’s Next Topmodel“ teilgenommen haben, stechen einige hervor und haben teilweise den Durchbruch geschafft. Lena Gercke und Barbara Meier, die Siegerinnen der ersten beiden Staffeln, waren zum Beispiel jahrelang gefragte Models und haben dies als Sprungbrett für ihre weitere Laufbahn genutzt. So ist Gercke heute eher als Moderatorin im Fernsehen zu sehen und hat unter anderem die Show „Austria’s Next Topmodel“ präsentiert. Meier spielt neben ihrer Model-Karriere regelmäßig in Filmen und Serien mit. Auch Stefanie Giesinger, die Gewinnerin der neunten Staffel, ist häufiger in Kinofilmen zu sehen. Interessanterweise bleiben nicht nur die Siegerinnen im Gedächtnis. Hana Nitsche etwa, die in der zweiten Staffel den dritten Platz belegte, lebt inzwischen in New York. Und Rebecca Mir, die sich in der sechsten Staffel der Siegerin Jana Beller geschlagen geben musste, gehört seit 2012 zum Team des TV-Lifestyle-Magazins „taff“. Für eher zweifelhafte Karrierewege haben sich zwei Teilnehmerinnen der dritten GNTM-Staffel entschieden. Gina-Lisa Lohfink und Sarah Knappik treten heute vor allem in Reality-Formaten wie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ auf. So bleibt ihnen aber zumindest der Stress der Model-Welt erspart.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Germany%E2%80%99s_Next_Topmodel

https://www.woman.at/a/model-leben

https://www.instyle.de/stars/germanys-next-topmodel-moderatorin-heidi-klum-im-interview-mit-diesen-tipps-wirst-du-zum-topmodel

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.