GNTM-Nackt-Walk: Zwischen Mut und Sexismus

Die Frage nach dem Sinn und Unsinn bei Germany’s Next Topmodel wird immer lauter. Müssen Models tatsächlich Rollschuhfahren können, um erfolgreich zu sein? Und haben sie in ihrem späteren Modelleben kein Mitspracherecht bei Shootings und müssen immer alles machen, was von ihnen verlangt wird? Mira beantwortet diese Frage für sich mit einem klaren „Nein! Und verlässt freiwillig die Show – und ist damit ja mittlerweile nicht mehr die Einzige. Eine solche Modelflucht gab es noch nie.

Auf Rollen durchs Adlon

Aber zurück zum Anfang. In dieser Episode sollen die Mädchen als Fashion Queen punkten. Wozu sie dazu statt in High Heels in Rollschuhen performen müssen, entzieht sich nicht nur dem Verständnis der Models. Aber das ist nicht genug: Lebende Hunde müssen das (Un)gleichgewicht der Mädchen noch zusätzlich auf die Probe stellen. Die Frage bleibt, um was es hier tatsächlich geht: Germany’s Top Model zu finden oder herauszufinden, wer am besten all diese unsäglichen Mutproben anstandslos mit macht? Denn wie wir alle wissen, wird Kritik nicht gerne von Heidi und ihrem Team gehört. Hunde sollten es also sein. Leider hatte Heidis Team übersehen, dass sich Teppich und Rollschuhe nicht wirklich vertragen. Aber was soll’s, ein Model muss doch alles im Griff haben. Damit die Challenge nicht zu einfach wird, hatte jedes Model dann auch nur fünf Minuten für sein Shooting. Time is Money. Für Liliana war das gesamte Shooting der absolute Albtraum: Noch nie hatte sie auf Rollschuhen gestanden und Angst vor Hunden hatte sie auch. Stress pur und jede Menge Gezicke von Kollegin Linda, die Liliana als Konkurrentin gleich völlig ausschloss.

Gastjurorin Ellen von Unwerth schafft nackte Tatsachen

Das war aber noch nicht alles: Ein Nackt-Walk sollte die finale Entscheidung bringen. Als Femme Fatale mit ein klein wenig Schaum an den entscheidenden Stellen, galt es Heidi und Ellen von Unwerth zu überzeugen. „Als Model darf man sich nicht schämen“ kommentierte Heidi auch gleich die Situation. Das sahen Soulin, Amina und Ana anders. Durch ihren religiösen Hintergrund waren sie alles andere als begeistert, sich einem Millionenpublikum nackt zu präsentieren. Tränen und Selbstzweifel waren vorprogrammiert. Mira informierte Heidi dann auch vor dem Walk darüber, dass sie nach Hause möchte und das mental nicht länger aushalten kann. Fast ungerührt war Heidis einzige Bemerkung dazu, dass sie es zwar schade fände, aber die anderen Mädels sicher froh wären, dass sie nun eine weniger wären. Herzlos könnte man dazu auch sagen. Mira hat scheinbar die richtige Entscheidung getroffen. Stärkste Nackt-Walkerin war Soulin, trotz vorheriger Bedenken. Erstmals fiel sie mit ihrer starken Mentalität positiv auf: „Wenn ich etwas mache, dann ganz oder gar nicht.“ Gehen musste am Ende Sarah, die weder beim Walk, noch vor der Kamera in dieser Folge überzeugen konnte.

Mut gewinnt

Zumindest dieses Mal hat Soulin durch ihren starken und mutigen Auftritt überzeugt. Zweifel am Format der Sendung bleiben jedoch. Wie viele Mädchen werden noch freiwillig gehen? Müssen solche extremen Herausforderungen wirklich sein, um Germany’s Next Topmodel zu finden? Heute hatte das Publikum kein Foto für Heidi.

Bild: Shutterstock

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