Nachts im Museum: Stalkeralarm auf dem Laufsteg

Wer lauter schreit, den hört man besser!?

Extravaganz und Eleganz standen in Woche elf auf Heidis Wunschliste. Haute Couture und ein Werbeshooting sollten bewältigt werden, um auf Heidis heißbegehrter Top Ten Liste zu landen. Die Anspannung war in der Model-WG allen Mädchen anzumerken. Selbst die sonst eher zurückhaltende Larissa sprach über ihre Sorge, dass Dascha als zweites Curvy Model ihre härteste Konkurrentin sei und sie sich echte Sorgen mache, ob sie gegen sie und ihre laute Art bestehen könne. Auch Ashley beschwert sich später darüber, dass sie mit der aus ihrer Sicht vulgären Art von Dascha nicht mithalten könne – eine Aussage, die noch für reichlich Furore sorgen sollte.

Auch angehende Anwälte können irren

Es gab schon öfter Szenen, bei denen den Mädchen ein Wörterbuch gutgetan hätte, aber in diesem Fall sorgte nicht die mangelhafte Grammatik für Aufruhr, sondern die falsche Verwendung des Begriffs „vulgär“, der, liebe Ashley, auch bei aller Schönrederei doch immer negativ konnotiert bleibt. Daher für alle, die Zuhause kein verstaubtes Exemplar des lieben Herrn Duden stehen haben, hier die offizielle Übersetzung des Wortes: „auf abstoßende Weise derb und gewöhnlich, ordinär / Bildungssprachlich abwertend.“ Also liebe Ashley, als angehende Anwältin solltest Du nur Begriffe verwenden, deren Übersetzung Du auch tatsächlich kennst, ansonsten kann das leicht in die Hose gehen – oder wie in diesem Fall, an die falschen Ohren. Denn Elisa wollte sich erstmals als loyale Freundin beweisen und hatte nichts Besseres zu tun, als der lieben Dascha das Gesagte zu soufflieren. Aber es hilft alles nichts, in diesem Jahr wirken selbst die Zickereien der Mädchen aufgesetzt und einstudiert. Nach einem kurzen Schlagabtausch ist das Gewitter auch schon wieder vorbei. Und die Fangemeinde ist immerhin um einen lateinischen Begriff reicher, dessen Verwendung sie nun fehlerfrei hinbekommt.

Modelweisheiten für Anfänger

Anders sieht das bei den angehenden Supermodels aus: Alex verwirrt mit ihrer Aussage zum Thema Castingauswahl. Als Nicht-Ausgewählte erklärt sie, dass es besser sei erst gar nicht auf ein Casting zu fahren als dorthin zu fahren und dann den Job nicht zu bekommen. Bedeutet in der Modelweisheit: Am besten gar keine Castings wahrnehmen, denn dann kann man auch nicht gebucht werden, oder so ähnlich. Na dann viel Erfolg, Alex! Nicht viel besser erging es trotz Casting Romina, die mal wieder erst den Mund aufmachte und dann das Hirn einschaltete. Liebe Romina, wenn man ein Casting für ein neues Produkt einer Privatmolkerei hat, sollte man nicht erwähnen, dass man seit seinem dreizehnten Lebensjahr keine Milchprodukte mehr zu sich nimmt, weil man sich dann einfach besser fühlt. Das war Fremdschämen für Anfänger. Getoppt wurde diese Aktion nur noch von Soulin, die nach Anas überraschend positivem Auftritt mit einer weiteren Modelweisheit nachlegte: „Das ist positiver Neid. Das bedeutet, dass nur weil Ana gut ist, ich nicht auch gut sein kann.“ Aha, so ist das also. Leider konnte sie die Jury trotz ihrer „Positivität“ (O-Ton Soulin) nicht von sich überzeugen und musste Ana die Show-Bühne überlassen. Show-Bühne? Ach ja, der Chiemsee, an dem das Casting stattfand und der zu den beliebtesten Reise- und Foto-Hotspots in Deutschland gehört, wurde kurzerhand durch einen Indoor-Holzsteg und eine Fotowand ersetzt – ist ja so viel authentischer, da hätte man auch gleich Soulin den Job geben können, der es daran offenbar mangelte.

Graue Männer und lebendige Gemälde sorgen für falschen Abgang

Zurück bei Heidi ging es auch gleich mit angekündigter Haute Couture und Drag Queen Miss Fame weiter. Mal wieder sollten die Mädchen einen typischen Modeljob übernehmen und als lebende Bilder über den Laufsteg schweben. Und selbstverständlich durften dabei „echte“ Museumsbesucher nicht fehlen. Diese wurden komischerweise ausschließlich von in grau und schwarz gekleideten Männern mit Corona-Maske dargestellt – nein, die Show ist in keinem Fall sexistisch und ich darf von meinem Mann, der kaum freiwillig einen Fuß in ein Museum setzt, hier nicht auf andere schließen. Mich erinnerten sie vielmehr an die Zeiträuber bei Momo die in diesem Fall eher den Mädchen hinterherstierten und ansonsten keinerlei Funktion innehatten. In anderen Sphären schwebte offensichtlich auch Liliana, die nach ihrem von Heidi und der Drag Queen gelobtem Auftritt, den Ausgang verfehlte und mit ihrem Abgang dann doch noch ihre gute Leistung versaute. Als ob sie es bereits zu Anfang geahnt hätte, musste am Ende Larissa das Feld räumen, damit Heidi endlich ihre diesjährigen Top Ten zusammenhatte. Ein kurzes Zittern gab es noch zwischendrin, da Ashley mit dem Gedanken spielte, freiwillig die Show zu verlassen. Wer weiß, ob es in der nächsten Woche also tatsächlich noch zehn Mädchen sein werden oder ob sie, genauso wie einige ihrer Vorgängerinnen, den sang und klanglosen Abgang wählt und ein einstudiertes Abschiedsvideo im Nachklapp veröffentlicht? Und am Ende noch ein Tipp an Romina: Ab und an mal Milchprodukte essen, dann klappt es auch mit der Performance.

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