Verrückter als das Sommerhaus: Kein Kreischalarm für Thomas

Frei nach dem Motto „A Denglishmen in Berlin“ war in dieser Woche der Wahl New Yorker und Heidi-Freund Thomas Hayo zu Gast. Allerdings bliebt die ganz große Freude der Mädchen aus. Neben ein paar Bewunderungsbekundungen war es vor allem Liliana, die ihre Chance ergriff und ihm à la Soulin Honig um den Bart schmierte und verkündete: „Ich bin ein ganz großer Fan von Dir.“ Mit Erfolg! Die prompte Antwort: „Ich bin schon ein Superfan von Dir. Das hast du schon geschafft.“ Lesson learned.

Nach diesem Auftakt hinterfragt man auch Heidis Aussage nicht mehr, dass die Mädchen aufgrund des bevorstehenden Casting-Marathons in ein Berliner Penthouse ziehen durften wo sie zuvor doch auch bereits wo untergebracht waren? Ganz richtig, in Berlin. Aber zurück zum Casting-Marathon, der aus ganzen fünf Castings bestand und den Mädchen gehörigen Respekt einflößte. Denn sie alle hatten Heidis Aussage im Kopf: „Ein Model ohne Job ist kein Model.“ Chancenlos waren gleich von Anfang an Luca und Ashley, für die Heidi in dieser Folge keinen Briefumschlag mit Kundenanfragen hatte. Anders sah das für Soulin, Dascha, Romina, Elisa und Yasmin aus, die bei Flaconi um den Job als neues Gesicht einer Flaconi Box und der Co-Moderation eines Flaconi-Kanals in den sozialen Medien kämpfen durften sowie für Ana, Liliana und Alex, die sich bei Instyle für ein Sonnenbrillen-Shooting vorstellen durften.

Zuvor nahem jedoch Thomas Hayo die Mädchen in Augenschein. Acht Jahre saß er in der Jury von Germany’s Next Top Model und weiß daher genau, worauf es ankommt. Bei einem Test-Shooting versucht Hayo die Mädchen besser kennenzulernen, ihre Stärken und Schwächen zu verstehen um ihnen anschließend wertvolle Tipps mit auf den Weg zu den Castings zu geben. Insbesondere Yasmin fällt dabei durchs Raster, weil sie fast bei jedem Satz das Wort „tatsächlich“ verwendet und damit einfach nicht aufhören kann. Bei Hayos Tipp an Soulin, sie solle ihre emotionale Flüchtlingsgeschichte für sich nutzen, ist es im Studio plötzlich so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Der Blickaustausch der anderen Mädchen, die das Ganze von einem Sofa aus beobachten, spricht Bände. Seltsam nur, dass Soulin, die sonst immer eifrig alle Tipps und Tricks von Mama Heidi aufgreift, später bei der Frage wer sie sei, kein Wort über ihre sonst so tränenreich bemühte Fluchtgeschichte verliert.

Zurück bei Flaconi erklärt Marketingchefin Corinna gerade, dass sie sich für die Beauty Box ein Mädchen wünschen, dass bunt, wild, laut und natürlich ist. Aha. Das kann ja spannend werden. Außerdem solle das Girl Co-Moderatorin eines Beauty-Kanals der Marke werden – da fallen spontan einige der Mädchen raus, denkt man, die der deutschen Grammatik nicht so sicher zu sein scheinen. Elisa wäre für den Job doch wie gemacht – sie kann toll reden, sieht toll aus und ist ganz natürlich. Aber weit gefehlt. Am Ende ergattert mal wieder jemand den Job, der zwar ein tolles Fotogesicht, aber leider so überhaupt kein Sprachgefühl hat: Soulin. Anscheinend muss man als Beauty-Gesicht nicht unbedingt einwandfrei kommunizieren können. Es soll ja einen Hauptmoderator geben. Schade, schade.

Bei Instyle sollen Heidis Mädchen nicht nur eine Sonnenbrille in Szene setzen, sondern das Ganze in einer Fotobox mit Selbstauslöser eigenständig gestalten. Hä? Wieso denn das? Ein Instyle-Fotograf, der ansonsten nur in der Gegend herumsteht, erklärt den Mädchen, wie sie so eine Fotobox benutzen und möglichst viele unterschiedliche Emotionen zeigen sollen. Es geht um die Kombination von Regie und Modeln, erklärt er dann noch besonders intelligent. Das Fragezeichen in Alex Gesicht ist nicht zu übersehen, die Aufgabe selbst löst sie jedoch gut. Amüsant wird es, als Ana besonders einfallsreich sein und ihre Beine in Szene setzen will. Echt jetzt? Jedem, der schon einmal Passfotos in einer Fotobox gemacht hat, bricht bei dem Gendanken der Angstschweiß aus – wenn sie sich da mal nicht zu viel vorgenommen hat. Das fällt ihr dann auch selber auf, löst die selbst auferlegte Aufgabe jedoch am Ende besser als gedacht. Den Zuschlag erhält jedoch am Ende Liliana, die es ziemlich eindrucksvoll schafft, intensive Blicke trotz Sonnenbrille zu verteilen. Der Sieg ist redlich verdient und man kann gar nicht anders als mit Instyle-Chefredakteurin Kerstin Wenig mit zu strahlen. Well done, Liliana!

Die große Verliererin dieser Folge ist Romina. Obwohl sie bei Galvan als auch bei Invisibobble die deutlich bessere Vorstellung abliefert, geht sie am Ende leer aus. Aber die Tatsache, dass es diesmal endlich nicht Soulin ist, sondern Alex und Dascha sind, die den Kunden überzeugen, stimmt ein wenig versöhnlich. Zum Glück wird Dascha das selbstfabrizierte Vogelnest vor dem echten Shooting aus den Haaren entfernt, obwohl sie selbst versichert, dass man mit ihren Haaren „einfach alles machen kann.“ Ja, machen schon, aber gut aussehen sollte es dann doch auch noch. Auch Alex überzeugt den Kunden während des Shootings durch ihre enorme Professionalität – und das Kompliment und die tollen Fotos erwärmen auch das Herz des Zuschauers. Eine tolle Frau, die das Casting trotz allem wohl verdient hat. Romina hingegen versucht in der Model-WG stark zu sein und ihren Kampfgeist wiederzufinden. Erst als sie mit ihrem Robby-Williams-Double-Freund spricht, laufen die Tränen. Aber sie gibt nicht auf und erntet dafür später bewundernde Worte ihrer Mitbewohnerinnen.

Da nächste Woche die Berliner Fashion Week startet, hat Heidi noch eine besondere Überraschung für die Mädchen – Stardesigner Kilian Kerner ist noch auf der Suche nach einem Model für seine Show. Und da in dieser Woche kein Elimination Walk stattfindet, verstecken sich Heidi und Hayo einfach hinter einer Trennwand und belauschen die Castings der Mädchen, während sie wie pubertierende Schulmädchen hinter vorgehaltener Hand über die Leistung der Kandidatinnen tuscheln. Und Fremdschämmomente gibt es en masse. Da ist Elisa, die plötzlich sprachlos vor dem Designer steht oder Yasmin, die durch ihr verklebtes Lookbook gleich Minuspunkte sammelt oder Liliana, die obwohl sie Kerner gleich ins Auge springt, plötzlich nicht mehr bis vier zählen kann und somit ihren Auftritt komplett vergeigt. Überzeugen kann am Ende Dascha den Stardesigner, der gesteht, noch nie ein Curvy Model gebucht zu haben. Aber vielleicht war es genau das, was ihn zu seiner Entscheidung führte, wie Dascha ihm eindringlich erklärt: „Dann bin ich das erste Curvy Model, das je für Sie gelaufen ist.“ Zack, das saß.

Am Ende musste leider Elisa das Feld räumen. Obwohl ihre Leistung in dieser Woche nicht die beste war, geht mit ihr eines der wenigen einprägsamen Gesichter, die bisher in dieser Show an Models wie Eva Herzigova oder Linda Evangelista erinnerten. Man kann nur hoffen, dass sie ihren Weg auch ohne Heidi in den Model-Olymp schafft. Und wir sind gespannt, ob es in der nächsten Woche eines der Mädchen schafft, neben Soulin zur Top-Anwärterin auf den Titel aufzusteigen.

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